Sonntag, 1. Dezember 2019

PLWM in Dortmund 2019 -der unbeschreibliche „Piratenweihnachtsmarkt“ (Vom 21. November 2019 bis 29. Dezember 2019)


Ein riesiges Segelschiff, hell erleuchtet in der Dunkelheit- allein dieser Anblick sorgt bereits für eine atemberaubende Stimmung. Waschechte Piraten lungern dort herum, erzählen abenteuerliche Geschichten, verbreiten eindeutig „Captn Jack Sparrow“ Atmosphäre und lassen sich dabei gerne ablichten. Tausend Lichter erstrahlen dazu und leuchten euch den Weg. Drachen, Bällebad, Abenteuerspielplatz. Coole Bands, hausgemachte Mittelalterspeisen, ein unglaubliches Angebot verschiedener „Metweine“ und andere Handarbeiten längst vergangener Zeiten warten an diesem ungewöhnlichen Ort auf euch. Wer noch ausgefallene Weihnachtsgeschenke ergattern möchte, folge doch einfach dem Ruf des PLWM 2020 nach Dortmund.


Direkt neben dem Gelände des PLWM ertönen merkwürdige Geräusche. Hell angestrahlt erwarten euch lebensgroße Dinos im Nebel. Hier sind sie zu finden, hier, im Waldbereich, direkt neben dem Phantastischen Lichter Weihnachtsmarkt Dortmund warten sie auf euch! Aber seid gewarnt, nähert euch nicht mehr, als erlaubt! Vom 21.November 2019 bis 6.Januar 2020 könnt ihr die angeblich ausgestorbenen Urzeittiere erleben. Die Weihnachtszeit hat begonnen. Wo aber ist so etwas nur möglich?
Ganz in der Nähe! In Dortmund Fredebaum!






Schon das ganze letzte Jahr zog es tausende von Menschen erneut zu sehr gut organisierten Events. MPS. Drei Buchstaben. Und doch so unglaublich eindrucksvoll, dass diese auserkorenen Veranstaltungen, die wirklich immer gut organisiert sind, der Grund waren, so einige Stunden Fahrt auf sich zu nehmen. Das Gefühl, zurückkehren zu können, Freunde wieder zu sehen, mit irren Bands zu feiern und sich mit neuen Gewändern einkleiden zu können, lässt sich immer wieder nur so beschreiben: Endlich wieder „nach Hause“ kommen. 

In diesem Jahr 2019, waren meine Mannschaft und ich an vier dieser Orte, um herauszufinden, welche großen Unterschiede es zwischen den MPS Events geben möge.
Welche Erkenntnis bringe ich nun Ende des Jahres mit? Kein MPS lässt sich mit einem anderen vergleichen! Jedes einzelne birgt seine eigenen Abenteuer, nichts ist vergleichbar. Halt. So ganz stimmt meine Aussage doch nicht! Einiges gleicht sich in jeder Hinsicht und das ist auch sehr gut so.

Der Anfang eines MPS Events muss mit einer Morgenmesse durch Bruder Rectus und Gefährten beginnen. Die bei Tagesbeginn, bis spät in die Nacht durchziehende, feierlustige, keinesfalls aggressive Atmosphäre, (trotzdem Unmengen Met, Kirschbiere und Co fließen),die hier immer wieder gebotene Authentizität des Mittelalterlebens, aber auch die fantastische Organisation. Das sind jetzt nur vier von unglaublich vielen Dingen, die sich auch niemals ändern dürften, sonst wäre es nicht unser MPS!

Nun höre ich ja schon auf zu loben und nehme euch auf einen Rückblick mit zum MPS Dortmund, MPS Bückeburg 2, MPS Telgte und MPS Köln.
Fangen wir mit den außergewöhnlichen Ritterspielen an. Eine dunkle, selbstbewusste Königin, die hervorragend mit dem Feuerschwert umzugehen verstand, jedoch all ihre „Ritter des Lichts“ verlor. Jene waren mutige Edelmänner. Ob sie sich direkt vor unseren Augen mit ihren Schwertern bekämpfen oder auf dem Pferderücken rasante Lanzenkämpfe präsentierten, wir alle standen unter ihrem Bann. Aber es gab ja auch noch die Königin des Lichts, die sich der dunklen Schönheit in den Weg stellte, um ihr Land zurück zu erobern und es mit Mut und Würde weiter zu regieren. Die Pferde waren ebenfalls ein Hingucker. „Tres Sangres“, eine Rasse in beeindruckender Größe und bestens in Form. Pferde sind und waren, damals wie heute, die wichtigsten Wegbegleiter des Menschen. Jeder Ritter musste sich auf sein gut ausgebildetes, gehorsames und mutiges Tier verlassen können. Uns wurde hier vor Ort jedoch auch die Gewalt und die Aggressivität des Kampfes im Mittelalter nicht vorenthalten. Angespannt fieberten alle Anwesenden dem spannungsreichen Bühnenwerk bis zur Schlussszene mit. Sehr empfehlenswert „Der Feuerstrahl“ auf dem Gelände des MPS.

Kommen wir zu den musikalischen Top Act’s, den Bands, die von Gisi jedes Mal für die MPS Besucher erneut gebucht werden. Ob alte Hasen wie Saltatio Mortis, die bei ihrem Abendkonzert gewaltige Feuershows einwarfen oder Saor Patrol, denen man durchaus schon auf dem Parkplatz vor dem Gelände begegnen konnte. Cultus Ferox, die wie alte Freunde zwischen ihren Auftritten locker mit uns an der Schenke standen und plauderten. Weltenkrieger, die ausdrucksstarke, gewaltige Trommelrhythmen zum Besten gaben. Klasse Jungs. Geschlafen wird ab nun in T-Shirts von Ye Banished Privatees. Ein Ohrwurm, durch den Jurassic Rock der Heavysaurus „Kaugummi ist mega“ war garantiert.
Begeistert haben uns jedoch auch die von uns das erste Mal erlebten Cobblestones!
Diese Band liefert Partyfolk mit Tanzgarantie ab! Handgemachter Irish& Scottish Folk mit gaaanz viel Charme und Witz - die Cobblestones nahmen uns mit auf eine laute und ereignisreiche Reise, mitten ins Herz der grünen Insel. Wie beschreibt man diese wilde Truppe? Derb und krachend, aber ebenso auch verträumt und wehmütig.
Seit 2003 fegen die Jungs nicht nur durch Deutschland, sondern auch in die Schweiz, Österreich, Holland, Irland und Portugal hat der Wind sie geweht.
Wie gut, das es das MPS gibt und die sympathischen Cobblestones dieser Einladung gefolgt sind!

Bestens versorgt waren wir durch angebotene Räuberspieße, Pullet Pork mit Kraut im Brötchen oder frisch gebackenes Brot. Ungläubig verzehrten wir die auf mittelalterliche Weise servierte Gyrossuppe. Diese Köstlichkeit wurde in einem ausgehöhlten Brotlaib serviert, obendrauf lagerte ein niedlicher Brotdeckel. Selbstverständlich gab es auf allen MPS die ausgefallensten Dinge zu essen, alles unter der Rubrik „Mittelalter“. Die Vielzahl der Getränke lassen sich überhaupt nicht aufzählen. Unsere Favoriten bleiben nach wie vor Kirschbier und natürlich Met.

Unglaubliches präsentierte auch Michael Tamoszus. Seine lebensgroßen Kettensägenkunstwerke aus Holz wie Drache und Co wurden direkt vor den Augen der Besucher weiter bearbeitet. Das nenne ich hier an dieser Stelle mal echte Kunst!
Auch führte kein Weg an den Händlern vorbei. Bei Capricorn konnten wir uns in Bückeburg hervorragend einkleiden, da es vormittags wie aus Eimern schüttete. Perfekt für jeden tüchtigen Verkäufer, grins.

Irgendwo auf dem Gelände, trafen wir auf Steffi und Meik, zwei fahrende Händler. Ihre prallgefüllten Handkarren mit Schellenbändern, Zauberglöckchen, Schmuckfedern und Bartperlen weckten augenblicklich unser Interesse. Dieses Mal hatte es unsere männliche Begleitung erfasst. Meinen Fotografen ,Thorsten Adams, ebenso wie Paddy, den Freund meiner Tochter. Diese männlichen Wesen begaben sich sofort in Steffis fachkundige Hände, um ihre gepflegten Männerbärte mit silbernen Bartperlen verzieren zu lassen. Danke an GLÖCKCHENSTEFFI!

Die auf jedem MPS angebotene Lederware, Metall und Schmiedearbeiten, Gewandlungen und traditionelle Handwerkskunst wie Schmuck, Filzwaren oder Holzarbeiten ließen sich mit Goldtalern bezahlen. Rückseitig zierte Gisi´s Gesicht diese Taler, ebenso wie seine Retriever, verschiedene Bands, Weinhändler, Bäcker oder das traditionale MPS Zeichen.
Ich persönlich freue mich immer wieder auf die „durchziehende Pest“. Mystische Klänge kündigen diesen ungewöhnlichen Zug mit der Pestkarre schon von Weiten an. Dann heißt es, Kameras bereithalten und darauf hoffen, dass der Blick der skurrilen Gestalten sich auf dich persönlich richtet.

In Bückeburg trafen wir auch wieder auf Liam-Bo Skol, den kreativen Wahnsinnstypen. Uns hat er sogar sein Drachenei anvertraut, damit wir gemeinsam ein Foto schießen konnten. Und über unsere Häupter haben wir uns streicheln lassen von den imposanten Figuren des „Stelzentheater Feuervögel“. Die durften das- wir sind schließlich schon seit langer Zeit befreundet. 

Aber das MPS bringt einfach ungewöhnliche Menschen zusammen. Sei es ein junger Mann, der die Rückseite seiner Zwei Euro Stücke mit einem gewünschten Pentagramm oder Thors Hammer graviert.

Oder Chris Schulze, bekannt auch als Laird of Glencoe. Bei ihm kann man ein „Handfasting“, also eine heidnische Hochzeitszeremonie abhalten, auch als Eheleite, Hexen oder Wiccahochzeit bekannt. Bei dem Handfasting wird vorher besprochen, welche spirituellen oder religiösen Wünsche die Paare haben. Es gibt keine festgefahrenen Rituale. Obwohl es bestimmte Hauptbestandteile während dieser Ehezeremonie gibt, die immer gleich durchgeführt werden. Ein heidnischer Priester fragt das Paar vorher, ob sie ihr Vorhaben mit freiem Willen begehen möchten. Durch die nachfolgende Verknüpfung eines Bandes, mehreren Bändern oder eines Tuches wird die Verbindung symbolisch vorgenommen und geschlossen. Ringe oder Ähnliches werden mit dem selbst verfassten Versprechen ausgetauscht. Anschließend wird ein geweihter Kelch mit Wein, Saft oder Met und ein Stück Brot geteilt. Dieses Ritual dient dem wichtigen Versprechen, sich auch in Zukunft alles zu teilen.

Ein Segenswunsch im Namen der Götter oder Elemente rundet dieses außergewöhnliche Eheversprechen ab. Wenn das frischgetraute Paar jetzt noch zusammen über einen Besen steigt, welcher die Hürden des Lebens darstellt, sind sie bereit, die Herausforderungen der gemeinsamen Ehe zu meistern.

Der Ursprung dieser Zeremonie erliegt wohl dem schottischen Volksbrauchtum. Ob man es jetzt glaubt oder nicht, das Handfasting zieht sich durch die verschiedensten Kulturen und verbindet sie damit. Ob keltische Druiden, schottische Clansmen, Christen oder modernen Schamanen. Das Handfasting wird liebenden Menschen immer wichtiger. In Schottland werden „Handfastig Rituale“ sogar staatlich anerkannt. 

Das ist doch eine traumhafte Art und Weise, ein Leben lang zueinander zu stehen. Und Laird of Glencoe ist der Mann, der euch und eure Liebe auf diese wunderschöne, freie, traditionelle Art verbinden könnte. Selbstverständlich könnt ihr, durch ihn, Chris Schulze, das Versprechen eurer Liebe zueinander immer wieder erneuern. 

Habe ich euch auf eine wunderbare Idee gebracht? Nun müsst ihr euch nicht extra auf die Suche nach einer Brieftaube begeben, sondern es sollten die heutigen Möglichkeiten der modernen Kommunikation ausreichen, den Laird zu erreichen…

Also, wie ihr mitlesen konntet, waren diese MPS Events 2019 wieder einmal sehr ereignisreich. Keins ähnelte dem anderen, obwohl liebgewonnene Traditionen fortgesetzt wurden.

Und obwohl das MPS Dortmund, ebenso wie das MPS Telgte ab nun der Vergangenheit angehören werden, bleiben noch einige Orte übrig, auf die wir uns freuen und mit vollen Herzens behaupten können: „Endlich geht es wieder nach Hause, zum MPS.“
Danke Gisi und Team- ihr bereitet uns allen einfach wundervolle, spannende und außergewöhnliche Momente. 


















































Zum guten Schluss noch einen kleinen Hinweis:Man munkelt, dass es im Bückeburger Raum zwei Autounfälle gegeben hätte. Die Aufmerksamkeit der Autofahrer sollte durch die Beobachtung langhalsiger, sich bewegender Dinosaurier verursacht worden sein. Nichts ist unmöglich, am Abbautag des MPS, lach!!!

Bericht : Tina Becker
Fotos    :Thorsten Adams

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